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PUPPENTHEATER

Ravensburg | Prag

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Presse / Reaktionen

Südkurier Nr. 248 / FN - Mittwoch, 26. Oktober 2005

Krankenbett als Theaterbühne

Puppenspieler Ottokar Seifert bringt kleine Patienten trotz Krankheit wieder zum Lachen.

Hallo, ich heiße Ottokar, begrüßt der lustige Mann mit der Mütze die kleinen Patienten in der Friedrichshafener Kinderklinik. Seine Kopfbe-deckung stellt er auch gleich vor: "Das ist eine Schildkröte, sie heißt Amalie und ist meine Freundin". Da staunen die Kinder und Ottokar erlaubt ihnen, seiner Freundin einen kleinen Stups zu geben.

Der ungewöhnliche Besucher kommt aus Ravensburg, ursprünglich aus Tschechien, und ist Puppenspieler. "Das Krankenbett als Theaterbühne" heißt die Aktion, mit der Ottokar Seifert seit acht Jahren durch süddeutsche Krankenhäuser tourt, um Kinder für kurze Zeit von ihrer Krankheit abzulenken. Aus seiner Tasche zieht er Tiere und Puppen in allen Größen: den kleinen weißen Hund, die Frösche Quak und Platsch, eine Waschbärdame und natürlich das Kasperle. Bevor Ottokar ein Krankenzimmer betritt, kennt er nur die Krankheit und das Alter der Kinder, so dass er ganz spontan und intuitiv entscheiden muss, mit welcher Geschichte er den kleinen Patienten eine Freude macht..

 

Bei Joshua kommt der kleine weiße Hund zum Einsatz. Der Hund hat keinen Namen und kann nicht bellen. Das ist hart. "Kannst Du ihm das Bellen beibringen"?, fragt Ottokar mit seiner tiefen Stimme und lässt das R rollen. Joshua ist mutig und bellt dem Hündchen etwas vor. Bettnachbar Felix versteckt sich hinter dem Papa und traut der Sache nicht so recht. Das macht nichts, denn der kleine Hund freundet sich derweil mit seinem Teddybär an und Felix schaut interessiert, was da passiert.

Von Beruf Heilpädagoge, geht Ottokar auf jedes Kind individuell ein und lässt ihm Zeit. In Zimmer 206 liegen zwei Kevins, die beide einen Verkehrsunfall hatten. Sie sind 13 und 16 Jahre alt und können sich eigentlich gar nicht mehr daran erinnern, jemals in einem Puppentheater gewesen zu sein. Trotzdem schafft Ottokar, dass die beiden Geräusche eines alten Motors nachahmen, um die Zipfelmütze seines Kasperle zum Rotieren zu bringen. Die Fingerpuppe hebt ab und die beiden zunächst skeptischen  Jungs halten sich den Bauch vor Lachen. Sogar Amelie bekommt einen Stups von den beiden.

"So ein Tag im Krankenhaus kann sich für die Kinder endlos in die Länge ziehen", weiß Erzieherin Sylvia Neubauer. Umso mehr freut sie sich über Ottokar Seiferts regelmäßige Besuche im Kinder-krankenhaus. "Durch ihn haben die kleinen Patienten Spaß und Zeitvertreib und das kann sich nur positiv auf ihre Genesung auswirken".

 

Spendenkonto

Ottokar Seiferts Aufführungen im Krankenhaus werden alleine durch Sponsoren finanziert. Spendenkonto für die Aktion "Das Krankenbett als Theaterbühne":

48000206 bei der Kreissparkasse Ravensburg, BLZ 650 501 10.

Spendenquittung ist möglich.

Schwäbische Zeitung

Ottokar macht wieder Kinderherzen glücklich

RAVENSBURG - Mit "Der Schneemann Albert" startet Puppenspieler Ottokar Seifert ein Comeback. Allein mit seinen Puppen bezauberte er bei der Premiere im Treff 43 kleine wie große Zuschauer.

 

[...] Kaum betritt er die Bühne mit jugendlicher Ponyfrisur und folkloristischem, selbstgestricktem Pullover, sind die Kinder schon verzaubert. Ottokar hat die Gabe, zu fesseln und zu faszinieren, erzählt mit der Melancholie eines Clowns von seinem Land, und dass dort in dem Dorf das Puppenspiel zu Hause ist. Er erzählt von seinen Handpuppen und Klappmaulpuppen und lässt die Kinder, die von der ersten Sekunde an voller Begeisterung mitgehen und ihre Kommentare geben, teilhaben an der Entstehung der Geschichte, lässt sie den

 

Schneemann bauen und bindet sie in das Geschehen ein.

Mit Hilfe seiner Familie und seiner Freunde aus Prag erarbeitete Ottokar die Geschichte vom Schneemann Albert, der frohgemut zur Winterzeit auf einer Wiese steht, mit seinen Freunden spielt und sich der klirrenden Kälte erfreut. Abends kommt Bello, der Hund, und spielt so laut mit Albert, dass der Igel verfrüht aufwacht und völlig durcheinander ist. Das Eichhorn animiert zum Versteckspiel und die Kinder im Saal tun es ihnen gleich. Doch irgendwann naht über Nacht der Frühling, der Schneemann erwacht schrecklich schwitzend und magert zusehends ab. Die Freunde versuchen, das Unvermeidliche abzuwenden, bringen einen Ventilator, bauen ein Sonnensegel, aber ach, nichts hilft, der Arme schwindet zusehends. Eines Nachts träumt er vom Land des ewigen Eises, wacht gücklich auf und weiß, dass seine Zeit gekommen ist. Die weise Eule rät, "hab Mut zum Schmelzen" und alsbald fliegt der Schneemann als Wolke nach Norden, landet bei den Eskimos, deren Kinder sich voll Freude daran machen, Albert, den Schneemann, wieder zum Leben zu erwecken.    Während der Vorstellung sind die Kinder voll konzentriert bei der Sache. Ihnen entgeht nicht der kleinste logische Fehltritt. "Was, der Mond ist noch am Himmel, obwohl schon Tag ist?" belehren sie den Puppenspieler und der hat die wunderbare Gabe, spontan auf jeden Zwischenruf einzugehen und in die Geschichte einzubauen. Es ist schön, dass Ottokar Seifert wieder da ist und Kinderherzen glücklich macht.

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Kultur Podium - Stuttgarter Zeitung Nr. 75 - Schwäbische Zeitung

Das Krankenbett als Theaterbühne

Erschöpft sitzt die kleine Sarah in ihrem weißen Krankenbett. Die Mandeloperation liegt nicht lange zurück, von der Stimme ist noch kaum etwas zu hören, und es fällt ihr schwer, die Augen offen zu halten. Da schaut plötzlich ein kleiner Plüsch-Waschbär durch die Gitterstäbe an Sarahs Bett und fragt sie leise, wie es ihr geht. Er erzählt ihr ein bisschen von seinem Freund, dem Clown Josef, wünscht ihr schließlich noch eine gute Besserung und siehe da: am Ende hat er es tatsächlich geschafft, ein kleines Lächeln in Sarahs Gesicht zu zaubern.

Ein Zauberer? Das ist er wohl: Ottokar Seifert ist der Zauberer mit schwarzem Schnurrbart, der den Kindern im Stuttgarter Olgäle ein kleines Stückchen Normalität und Fröhlichkeit in ihre Krankenzimmer zurückbringt. "Die Geschichten, die ich den Kindern dann erzähle", berichtet der quirlige Puppenspieler, "haben meistens etwas mit der Situation zu tun, in der sich das jeweilige Kind gerade befindet." Die Zusammenarbeit mit den Erzieherinnen im Olgäle sei dabei von enormer Wichtigkeit. "Heute zu Beispiel war ich bei einem Mädchen, dem eine Operation bevorstand - sie fürchtete sich sehr", erzählt Seifert. "Ich habe die

 

Thematik in mein Puppenspiel integriert und damit tatsächlich einen Weg für das Mädchen gefunden, mit dem es die Situation besser bewältigen konnte". Natürlich wolle er die Kinder auch erheitern, sagt der Künstler. Die Aufgabe, schon den Kleinsten eine spielerische Hilfe dafür an die Hand zu geben, wie sie mit ihren Sorgen besser umgehen lernen, dürfe dabei jedoch nicht zu kurz kommen. "Das Krankenbett ist eine Bühne, ein Ort des emotionalen Erlebens", so der Zauberer.

 

Fragt man Ottokar Seifert danach, warum er Puppentheater macht, so kommt die Antwort prompt: "Ich bin Tscheche - genügt das nicht?" In seiner Heimat, der Tschechei, wo er vor rund 55 Jahren geboren wurde, besitze jede Familie ein Puppentheater, erzählt er mit glänzenden Augen. Und obwohl seine Ausreise aus der Heimat im Sommer 1968 nicht ganz freiwillig passierte, erinnert er sich gerne an die Prager "Puppentempel" und daran, dass das Puppenspiel "in der Tschechei beheimatet ist".

 

Schon während seiner Ausbildung zum Jugend- und Heimerzieher Anfang der siebziger Jahre war ihm die Idee gekommen, auch hier in Süd-

deutschland das Puppenspiel zu etablieren. Zahlreiche Fortbildungen in Theaterpädagogik, Puppenbau, Dramaturgie und Regie, Psychodrama und vielem mehr folgten, bis er schließlich im Jahr 1978 in Ravensburg gemeinsam mit Kollegen "das erste fest eingerichtete Puppentheater Oberschwabens" gründete.

 

1997 trennte er sich von der Gruppe, eröffnete ebenfalls in Ravensburg eine weitere Puppenbühne und steht seither auf eigenen Beinen. Finanziell gesehen bedeutet das nicht selten eine wahren Kraftakt für Ottokar Seifert. Ohne seinen zusätzlichen Halbtagsjob beim Kulturamt wäre die Puppenspielerei kaum zu schaffen. Seine Aufführungen im Krankenhaus werden von Sponsoren getragen. "Die Krankenhäuser selbst haben natürlich kein Geld für einen Puppenspieler", erzählt Ottokar. Jedes Mal aufs Neue ist er darauf angewiesen, dass sich Sponsoren finden, welche die Veranstaltungen am Krankenbett finanzieren.

Es scheint eine wahre Leidenschaft zu sein: "Ich lebe für mein Puppenspiel", erzählt Ottokar Seifert.

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Premiere bei Ottokar - Schwäbische Zeitung, 28.9.1999

Zum Mitmachen und nicht nur zum Zuschauen

RAVENSBURG - Es ist Sonntagnachmittag, drei Uhr und gleich beginnt die Premiere der "Froschereien" in Ottokar's Puppentheater.

 

[...] Ottokar der Bademeister ist nach der Badesaison dabei, das Schwimmbad aufzuräumen. So nebenbei erzählt er Geschichten von seinen zwei Freunden, der mürrischen Kröte Plumps und dem grünen Laubfrosch Quak. Erst habdn die beiden Kuchen gebacken und müssen aufpassen, dass sie sich nicht überfressen dran; und dann erzählt Quak seinem Freund Plumps in einer lauschigen Sommernacht am Teich eine Schauergeschichte, dass selbst den zuschauenden Erwachsenen die Haare zu Berge stehen.

 

Geschichten wie sie Kinder tagtäglich erleben, das ist der Inhalt von Ottokars Bühnenstücken.

Teilen, streiten, beleidigt sein und sich wieder versöhnen; Angst haben, aber dann auc Vertrauen schöpfen, weil man nicht allein ist und irgendwer helfen wird - das alles gehört nun mal in die Kinderwelt.

 Um die entstandene Spannung auch wieder abzubauen, würzt der Puppenspieler sein Geschichtenmenü mit erheiternden Clownereien. Die tückische Wasserpistole, der sprechende Rückenkratzer oder ein frech fliegender Regenschirm sin dabei hilfreiche Requisiten.

Ottokar Seifert macht kein

 

Programm nur zum Zuschauen. Die Kinder und Erwachsenen, vor denen er spielt, werden aktiv in sein Stück eingebunden. Mitmachen und nicht bloß konsumieren ist sein Motto.

Die Kinder dürfen den Fröschen eine Gutenachtgeschichte erzählen, eine Kerze entzünden oder die abendliche Simmung am lauschigen Teich erzeugen.

 

Ein bisschen Mut erfordert das schon, aber die, die sich getraut haben, sind hinterher stolz wie Schneekönige. Eine pädagogisch sinnvolle Alternative zu Kinderkanal und Sesamstraße sind die "Froschereien" aus alle Fälle.

Kartenreservierungen bis 15 Minuten

vor Beginn der Veranstaltung!

Ottokar´s Puppentheater

Charlottenstraße 36 / 88212 Ravensburg

Telefon: 0751 / 210 09

Mobil: 0175 / 900 14 09

 

Ottokar_S@Web.de